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Tulum
Auf dem zu Mexiko gehörenden Teil der Halbinsel Yucatan,
direkt an der Küste des karibischen Meeres, etwa eine Autostunde von
Cancun entfernt, liegt Tulum, die uralte Festungsstadt der Maya. Aus
Sicht der Archäologen zählt Tulum nicht zu den interessantesten
Zeugnissen der Maya-Kultur, aber für viele Besucher ist Tulum, als
heute einzige Maya-Stadt direkt am Meer, die schönste aller noch
erhaltenen Stätten aus dieser Zeit.
Seine Blütezeit erlebte Tulum vermutlich im 13. und 14. Jahrhundert,
kurz bevor die Spanier Mexiko eroberten. Dank seiner strategisch
günstigen Lage, dürfte die größte Stadt der Maya ein Handelsknotenpunkt
gewesen sein. Noch bis zur Ankunft der Spanier . war Tulum das
religiöse Zentrum der umliegenden Ortschaften.
Tulum bietet sich von Cancun aus als Ausflugsziel an, entweder mit
geführten Bustouren oder unabhängig mit dem Auto.
Man kann sich aber
auch direkt in Tulum einquartieren, in „cabanes“ direkt am Meer
übernachten und tagsüber die Gegend mit dem Fahrrad erkunden. Neben den
Baudenkmälern des alten Tulum bieten die Sandstrände in und um Tulum
und das klare Wasser der Karibik die besten Voraussetzungen für einen
erholsamen und gleichzeitig eindrucksvollen Urlaub. Nicht weit von
Tulum gibt es zahlreiche sogenannte Cenotes, Unterwasserhöhlen die man
im kristallklaren Wasser der Karbik erkunden kann. Auch geführte
Tauchtouren durch die Cenotes gibt es für weniger Geübte.
Nicht weit vom Dorf Tulum ist der Maya-Komplex mit fast 50 Bauwerken.
Das größte und schönste darunter ist das in mehreren Bauphasen
errichtete Castillo, auch Tempel des herabstürzenden Gottes genannt,
nach einer Stuckfigur über dem Eingang zur Säulenhalle. Die Rückwand
des Castillo steht direkt an einer Klippe und auch vom Meer aus ist die
große Festung schon von weitem sehr gut zu erkennen. Wie bei vielen der
Bauwerke in Tulum der Fall, darf man heute das Innere des Castillo
leider nicht mehr betreten, um das Gebäude vor weitern Beschädigungen
zu schützen.
Ein anderes, sehr bekanntes Bauwerk Tulums ist der Freskentempel, einer
der interessantesten Tempel der Stadt. Die vielen noch erhaltenen
Fresken und Malereien stellen Ereignisse und Gottheiten des Maiskultes
dar.
Viele weitere Tempel und Paläste befinden sich in Tulum, alle mit
reichen Verzierungen, Malereien und Stuckarbeiten. Der Tempel des
Windgottes steht auf einem runden Fundament, obwohl er selbst
sechseckig ist. Das vermutlich zuletzt gebaute Gebäude ist der Tempel
der Gemälde direkt gegenüber dem Castillo.
Zur Auflockerung zwischen den vielen interessanten Eindrücken der
Ruinen aus der Hochkultur der Maya gibt es unterwegs Stände der
Bewohner Tulums, wo sie den Touristen ihre Waren anbieten. Und noch ein
besonderes, für Mexiko typisches Spektakel: Von einem hohen Holzpfahl,
an einem Bein angebunden, lassen sich die Voltadores zum Takt der Musik
in Spiralen heruntergleiten.
Der frühe Morgen eignet sich am besten für einen Besuch der Ruinenstadt
Tulum. Noch ist es nicht so heiß und der große Ansturm der Touristen
beginnt erst später. So kann man sich in Ruhe durch die verschiedenen
Tempelanlagen und Festungsmauern bewegen und wenn die Hitze und der
eigentliche Betrieb Tulum erreichen bietet der herrliche Sandstrand
eine angenehme Umgebung, um die vielen Eindrücke des Vormittages noch
einmal in Ruhe auf sich wirken zu lassen.
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