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San Cristóbal de las Casas
Durchquert man Mexiko mit dem Auto von Süden kommend auf der Route der Panamericana, so kommt man noch hinter Mexiko-Stadt und Oaxaca in den Bundesstaat Chiapas, dem Kernland der alten Maya-Kultur. Hier liegt 80 Kilometer östlich von Tuxtla Gutiérrez im Hochland von Chiapas die Stadt San Cristóbal de las Casas. Im Jahr 1528 von den spanischen Konquistadoren gegründet, ist es der älteste Ort des Bundesstaates. Wie vielerorts in Mexiko ließen sich auch hier Dominikanermönche nieder mit dem Vorhaben, die Ureinwohner zu christianisieren. Der bekannteste von ihnen war Bartolomé de Las Casas.
Dank seines engagierten Eintretens für die indigene Bevölkerung gegenüber den rabiaten Spaniern trägt die Stadt heute seinen Namen. Seit den 1970er Jahren sind in der Stadt in Mexiko zwei Trends zu verzeichnen: Zum einen die Zuwanderung zahlreicher Angehöriger indianischer Stämme, die oft in ärmsten Verhältnissen leben, zum anderen ein deutlicher Anstieg des Fremdenverkehrs. Doch San Cristóbal ist weit davon entfernt, eine Hochburg des Massentourismus zu werden, vielmehr ist der Ort eine Art touristischer Gegenentwurf zu Metropolen wie Acapulco oder Cancún. Vor allem Traveller, Backpacker und sozial engagierte Reisende zieht es in die Stadt im Süden Mexikos. Doch wer einmal in San Cristóbal weilte, kann sich dem Zauber der Stadt nur schwer entziehen. Auf über 2.100 Metern Höhe liegt der Ort in einem Hochtal, umgeben von den schroffen Bergen der Kordilleren.
Die gepflasterten Straßen und die kleinen, meist nur zweistöckigen Häuser vermitteln das Flair einer provinziell verschlafenen Kleinstadt. Die meisten Gebäude sind im Kolonialstil errichtet, Balkone mit schmiedeeisernen Gittern, reizvolle Bogengänge und mit üppigem Grün bepflanzte Hinterhöfe prägen das Bild der Stadt.
Ein Rundgang beginnt zumeist im Stadtzentrum am Plaza 31 de Marzo. Hier kann der Urlauber im Schatten einiger Bäume bei einem Kaffee den geschäftigen Straßenverkäufern und Schuhputzern zuschauen, zudem finden sich hier einige der angesagtesten Adressen für Gäste, die nach einem guten Restaurant suchen.
Den Norden des Plaza begrenzt das Wahrzeichen der Stadt in Mexiko, die Kathedrale von San Cristóbal. Unglaubliche 300 Jahre wurde für ihre Errichtung benötigt, oft waren es Erdbeben, welche die Bauarbeiten zurückwarfen. Heute sticht ihr auffällige, in Rot und Gelb gestrichene Fassade sofort ins Auge, die kunstvollen barocken Stilelemente sowie die auffälligen, mit Gold verzierten Altargemälde lassen das Herz eines jeden Kunstfreundes höher schlagen. Neben der Kathedrale ist der Templo de Santo Domingo das zweite eindrucksvolle Sakralbauwerk der Stadt. Sein rosa Anstrich verstärkt den Eindruck, dass es die Bewohner von San Cristóbal farbenfroh lieben.
Eine Reihe von Museen befassen sich mit der Problematik der Unterdrückung der Ureinwohner. So handelt es sich bei Na Bolom um ein Forschungszentrum mit angeschlossenem Museum, das von einem dänisch-schweizerischen Ehepaar gegründet wurde. Zahlreiche Fotostrecken zum Leben der Lacandonen, eines indianischen Volksstammes, sind hier zu besichtigen, ebenso wird hier an Programmen für den Erhalt des mittelamerikanischen Urwaldes gearbeitet.
Sozial engagierte, freiwillige Helfer sind hier immer gern gesehen, um die verschiedensten sozialen und ökologischen Projekte umsetzen zu können. Während sich das Museo de la Medicina Maya mit traditioneller Maya-Medizin befasst, präsentiert sich das Café Museo Café als Informationsstätte über den Kaffeeanbau im Hochland von Chiapas, mit seiner Geschichte, seinen Traditionen und aktuellen Trends. Über die Qualität der heute angebauten Bohnen kann man sich im angeschlossenen Café selbst ein Bild machen.
Kaum ein Urlauber kommt nach San Cristóbal, ohne einen Ausflug in das Umland zu machen. Dörfer wie San Juan Chamula oder Zinacantán erfahren zwar schon regen Zuspruch durch Touristen, trotzdem geben sie noch immer die Möglichkeit, sich einen Einblick über die Lebensverhältnisse und den Alltag der indianischen Bevölkerung zu verschaffen. Auch Ausflüge mit dem Mountainbike oder mit dem Pferd erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. So gibt der Aufenthalt in San Cristóbal, der Stadt in Mexiko, faszinierende Einblicke in die Natur und das Leben im Hochland von Chiapas und sensibilisiert für die Probleme der indianischen Bevölkerung.
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