|
Mexiko-Stadt
Mexico-City, die Hauptstadt der Vereinigten Mexikanischen Staaten mit ihren fast neun Millionen Einwohner in der Stadt direkt und noch einmal etwa zehn Millionen Bewohnern der umliegenden Region, ist eine Stadt der Gegensätze.
Wolkenkratzer nach nordamerikanischem Vorbild und Paläste und Kirchen aus der Kolonialzeit wechseln sich genauso ab, wie Straßen voller Lärm und Autoabgasen mit prachtvollen Alleen und Parks, in denen die Villen der Conquistadoren aus längst vergangenen Zeiten erzählen.
Aber auch die aktuelle Kluft zwischen Reichtum und Armut wird in der Hauptstadt Mexikos besonders deutlich. Im Westen und im Süden der Stadt findet man die Wohnviertel der Reichen mit vergoldeten Wasserhähnen und in den östlichen Vororten breiten sich die Slums aus, in denen sich Müllberge türmen, von denen die sogenannten Pepenadores leben. Elegante Restaurants, Bars, Diskotheken, Museen und Einkaufszentren zeigen das moderne Mexiko und seine Lebensqualitäten. Dazwischen bewegen sich überall die fliegenden Händler mit ihren Kindern, die alles nur Mögliche an Waren und Dienstleistungen anbieten und so der Stadt ein buntes und lebhaftes Flair geben, zugleich aber auch überdeutlich die sozialen Gegensätze aufzeigen.
Die historische Altstadt von Mexiko-Stadt ist über 700 Jahre alt. Ehemalige Klöster und alte Paläste beherbergen heute Museen, Schulen und Teile der Universität. Mitten in diesem historischen kolonialen Stadtteil, der, fast symbolisch, mit den Steinen des alten Tenochtitlan, der von den Spaniern zerstörten Hauptstadt des Aztekenreichs aufgebaut wurde, sind die heutigen Nachkommen dieses Volkes nicht zu übersehen. Aztekische Federtänze und Stände mit Kunsthandwerk beleben das historische Zentrum. Zugleich wollen die Nachfahren der früheren Beherrscher des Landes aber ihre Geschichte und ihre Tradition in Erinnerung rufen. Schade nur, dass der kurz vor dem Kollaps stehende Straßenverkehr mit seinen Dauerhupkonzerten, jede Illusion einer Rückkehr in die Geschichte Mexikos zerstört.
Aber nicht nur die Geschichte der spanischen Eroberer ist hier zu finden, auch spätere Epochen in der Entwicklung Mexikos sind ein wichtiger Teil der Architektur dieser Stadt. So steht auf dem „Hügel der Sonnenanbeterin“ der große Palast, in dem der spätere Kaiser Maximilian von Mexiko residierte. Der umgebende Park mit einem kleinen See und sogar einem Zoo bildet die grüne Lunge von Mexiko-Stadt. Noch sehr viele, teilweise zum Weltkulturerbe gehörende, historische Bauwerke aus allen Zeitabschnitten der mexikanischen Geschichte sind in Mexiko-Stadt zu besichtigen.
Viele Museen und Kunstsammlungen kann man in Mexiko-Stadt besichtigen. Eines unter vielen ist das Museo Frida Kahlo in der Vorstadt Coyoacan, in dem Haus, in dem sie mit ihrem Mann, dem sehr bekannten mexikanischen Künstler Diego Rivera, von 1929 bis 1954 lebte. In nächster Nachbarschaft wohnte Leo Trotzki während des Exils bis zu seiner Ermordung, auch dieses Haus ist als Museum eingerichtet.
Fünfzig Kilometer von Mexiko-Stadt entfernt lädt die berühmte Pyramiden-Stadt Teotihuacan zum Besuch ein, die wohl gewaltigste und einflussreichste Stadt des präkolumbischen Amerika.
Geschichte und Moderne, Kulturgeschichte und lebendige Straßenkultur, uralte Bauwerke und Naturdenkmäler, wie die mächtigen schneebedeckte Vulkane Popocatepetl und Icctacihuatl, die die Stadt eindrucksvoll überragen, sind in und um Mexiko-Stadt zu besichtigen und zu erleben. Die sozialen und kulturellen Unterschiede, die sich im ganzen Land wiederfinden, werden hier auf engem Raumsichtbar. Mexiko-City bietet einen guten Ausgangspunkt für den Beginn einer Reise durch Mexiko, das für jedes Interessengebiet und jedes Bedürfnis über vielerlei Angebote verfügt.
|
|