Baja California
Im nordwestlichen Teil Mexikos, vom Festland größtenteils durch den Golf von Kalifornien getrennt, liegt die Halbinsel Baja California, Niederkalifornien. Der Name erklärt sich aus der Geschichte. Erst im Jahr 1848 verlor Mexiko den heutigen US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien an die Vereinigten Staaten von Amerika. Um das ehemals riesige Gebiet besser verwalten zu können, hatte die mexikanische Regierung eine politische Aufteilung in Alta California und Baja California veranlasst, das obere und das untere Kalifornien. Baja California blieb Eigentum Mexikos, heute eingeteilt in die Bundesstaaten Baja California und Baja California Sur. Alta California wurde von den Nordamerikanern in Kalifornien umbenannt.
Die Halbinsel Baja California ist durchschnittlich nur 120 Kilometer breit, aber fast 1300 Kilometer lang, länger als der italienische Stiefel. Landschaftlich unterscheidet sich die Halbinsel völlig vom mexikanischen Festland. Mehrere Gebirgsketten ziehen sich über die ganze Halbinsel von Norden nach Süden, sonst gibt es fast nur Wüste und Meer. Kein einziger Fluss findet sich auf der Insel. Das Landesinnere ist kaum bewohnt, die fast vier Millionen Bewohner Baja Californias leben fast alle in den Städten. Zwei Millionen allein in Tijuana, der größten Stadt Baja Californias und Mexikos. 140 000 in La Paz und 800 000 in der Hauptstadt Mexikali.
Außer im südlichsten Teil gibt es kaum einmal Regen in Baja California und von Juli bis Oktober sind regelmäßig tropische Wirbelstürme zu erwarten. Der ausgetrocknete Boden reagiert jedoch auf den geringsten Niederschlag mit einem Meer von Blumen. Etwa 2500 Pflanzenarten gibt es im Landesinneren trotz der Hitze und der andauernden Trockenheit. In der Wüste Baja Californias wächst auch der Elefantenbaum, der seinen Namen vom elefantenhautähnlichen runzeligen Stamm hat. Nur ein paar Wochen im Jahr trägt er Blätter, doch nach einem Wüstenregen treibt der sonst wie tot wirkende Baum in kürzester Zeit überall unzählige kleine grüne Blättchen.
Baja California wird gerne als der „Kakteengarten Mexikos“ bezeichnet. 120 Arten dieser erstaunlich flexiblen und anpassungsfähigen Pflanze wachsen hier.
Adler und Truthahngeier, Klapperschlangen und Leguane beherrschen einen großen Teil des Landesinneren. .
Aber auch für Touristen bietet Baja California ein vielseitiges Angebot. Kilometerlange wunderschöne Sandstrände ziehen sich die Küste entlang, Klarstes Wasser eignet sich hervorragend zum Schnorcheln. Wasservögel, Seelöwen und Robben lassen die Wüste im Landesinneren vergessen. Seit 1976 führt die Transpeninsular, die einzige Hauptverkehrsstraße, von der US-amerikanischen Grenze bis Cabo San Lucas, dem südlichsten Punkt Baja Californias, Wassersportler finden hier im viertgrößten Badeort Mexikos alle nur erdenklichen Möglichkeiten.
Hochseefischern bietet sich ein reichhaltiges Angebot und von Dezember bis März lassen sich die riesigen Grau- und Buckelwale in den Lagunen des pazifischen Ozeans bestaunen.
Da der Tourismus die wichtigste Einnahmequelle des unfruchtbaren Landes ist, entstehen in den Städten immer mehr Bars und Nachtclubs. Hier und in der zollfreien nördlichen Grenzregion lassen vor allem reiche US-Amerikaner ihr Geld
Die Hauptstadt Mexikali macht ganz deutlich, wie in Baja California zwei völlig unterschiedliche .Welten aufeinandertreffen. Sie besitzt einerseits den mexikanischen lateinamerikanischen Charme, ist aber gleichzeitig eine moderne Großstadt. Im Museo del Estado lässt sich alles Wissenswerte über die Geschichte Baja Californias, seine Kultur und seine Natur erfahren.
Es heißt, man könne Baja California nur lieben oder hassen, dazwischen gäbe es nichts. Was davon zutrifft kann jeder Besucher nur für sich ganz alleine entscheiden.
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