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Taxco


Etwa 160 Kilometer südwestlich von Mexiko-Stadt liegt zwischen den Gebirgszügen der El-Atache-Berge das kleine Städtchen Taxco. Es genießt über die Landesgrenzen hinaus einen guten Ruf als Silberstadt. 1529 errichteten die Spanier ihre Siedlung an dem Ort, der bereits den Azteken als Tlachco bekannt war. Bereits zwei Jahre später wurden erste Minen gegründet, anstelle des erhofften Zinns stießen die Bergleute jedoch auf riesige Silbervorkommen.

 

 

 

Der Fund löste einen regelrechten Silberboom aus, welcher der Stadt einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung bescherte. Mit dem Versiegen der Adern schwand jedoch schnell das öffentliche Interesse an Taxco. Erst 200 Jahre später erlebte die Stadt eine zweite enorme Wachstumsphase, als der Adelige Don José de la Borda auf umfangreiche Erzvorkommen stieß. Sein so erworbenes Vermögen kam der Stadt in Form von zahlreichen neuen Bauwerken zugute.

 

Heute werden in den umliegenden Bergen nur noch geringe Mengen des Edelmetalls gefördert. Jedoch eröffnete im Jahr 1929 der us-amerikanische Handwerkskünstler William Spratling eine Silberschmiede in Taxco. Die meisten seiner Schüler blieben in der Stadt, die heute mehr als 50 Handwerksbetriebe für Silberschmuck beherbergt.


Zudem zählt Taxco selbst zu den schönsten Sehenswürdigkeiten in Mexiko. Die gesamte Architektur weist einen hübschen Kolonialstil auf, selbst Neubauten werden nur genehmigt, wenn sie sich optisch in das Stadtbild einfügen. Die Stadt präsentiert sich so als harmonische Einheit verschiedenster Gebäude, die von industrieller Zersiedlung oder anderen großen Bausünden verschont blieb. Malerisch drängen sich die kleinen Häuser an die steilen Berge, enge, gepflasterte Straßen winden sich zwischen ihnen. Anders als in anderen Städten dieser Größenordnung fügen sich die Gassen Taxcos zu einem verwinkelten Labyrinth, in dem Ortsunkundige schnell die Orientierung verlieren können.

 

Trotzdem ist es höchst reizvoll, ziellos durch die Stadt zu spazieren und sich von den Anblicken prächtiger Bauwerke und kleiner, von Bäumen gesäumter Plätze überraschen zu lassen. Über kurz oder lang erreicht man den Plaza Borda, benannt nach dem Silberbaron des 18. Jahrhunderts. Hier steht das Wahrzeichen der Stadt, die faszinierend schöne Kirche Santa Prisca. Weithin sichtbar ist sie durch ihren rosafarbenen Sandstein, von dichtem zieht jedoch die barocke Fassade den Betrachter in ihren Bann. Üppige Ornamente mit Heiligenfiguren, Blumen und Schmuckreliefs machen sie zu einer der schönsten Kirchen des Landes. Bezahlt wurde ihr Bau zwischen 1751 und 1758 ebenfalls von Don José de la Borda.

 

Dessen einstiges Wohnhaus, das Casa Borda, beherbergt heute ein Kulturzentrum, in dem Raum für Theateraufführungen vorhanden ist. Zudem hat sich das Haus zu einer Top-Adresse für zeitgenössische Kunst gemausert. In wechselnden Ausstellungen können verschiedenste Künstler ihre Bilder, Skulpturen oder Fotografien der Öffentlichkeit präsentieren. Zum absoluten Pflichtprogramm für Gäste Taxcos gehört das Museo de la Plateria.

 

 

 

Auf eindrucksvolle Weise wird hier der Silberbergbau dargestellt, zudem befassen sich zahlreiche Exponate mit der Verarbeitung des Edelmetalls zu Schmuckstücken. Erwerben können die Gäste nichts, jedoch haben sie dazu in der Stadt genug Möglichkeiten. Von allzu großen Ausgaben bei den Straßenhändlern oder bei kleinen Schmuckläden in der Peripherie der Stadt sollte man absehen, meist ist das Silber hier von minderer Qualität. Gute Adressen für den Kauf von Silberschmuck sind Spratling oder Pineda\\'s, im Patio de las Artesanías ist gleich eine Reihe guter Läden zu finden. Im Hotel Emilia Castillo ist schließlich Geschirr in einer Verbindung aus Silber und Porzellan erhältlich.

 

So scheint es, als sei die ganze Stadt dem Silber verschrieben, jährlich im Herbst findet gar die Feria de la Plata, ein Silbermesse, statt, bei der die schönste Handwerksarbeiten prämiert werden. Lohnend ist ein kleiner Ausflug zur Rancho Spratling, der früheren Werkstatt des amerikanischen Schmuckdesigners. Hier kann man noch heute den Handwerkern über die Schulter schauen, zudem präsentiert ein kleiner Ausstellungsraum einige der schönsten Arbeiten des Künstlers. Taxco weiß mit seinem gesamten Erscheinungsbild als malerisches Bergstädtchen zu glänzen, dessen Geschichte, Gegenwart und Zukunft eng mit dem Silber verbunden ist.



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