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Palacio Nacional


Ehemals Sitz der spanischen Vizekönige war der Nationalpalast – an dessen Stelle einst ein Aztekenpalast stand - seit 1821 Sitz der mexikanischen Staatschefs. Einst befand sich hier der Palast von Moctezuma II aus dessen Überresten um 1692 der Palacio Nacional errichtet wurde. Moctezuma II (spanisch auch: Montezuma) herrschte von 1502 bis 1520 über das Aztekenreich. Berühmt wurde der Herrscher vor allem durch seinen diplomatischen Widerstand gegen die spanischen Eroberer, was ihn letztendlich das Leben kostete. Mit dem Bau des Chapultepec-Schlosses (1862) in Verbindung mit der Porfiriato (1877) blieb die Residenz zeitweise verwaist. Mit der Unabhängigkeit kehrten auch die Staatschefs wieder in den Palacio Nacional zurück.

 



Mit der Schlacht von Chapultepec im Jahre 1847 gegen die Vereinigten Staaten ging das heroische Martyrium der Heldenkinder von Chapultepec in die Geschichte ein. In dieser Zeit erhoben die im Schloss von Chapultepec stationierten Ausbilder gemeinsam mit den – teils erst 14 jährigen - Kadetten die Waffen gegen die Vereinigten Staaten. Sechs von ihnen überlebten nicht, an den Stellen wo sie starben erinnern noch heute Tafeln an diese jungen Helden.


Die Porfiriato umfasst die Diktaturzeit von Porfirio Díaz, die sich von 1876 bis 1880 und von 1884 bis 1911 erstreckte. Nach dem Sturz seines Vorgängers kam Porfirio Díaz unter zweifelhaften Umständen an die Macht. Einerseits zeichnete sich seine Amtszeit durch äußerlichen wirtschaftlichen Aufschwung, Ruhe und Stabilität aus – in krassem Gegensatz dazu standen soziale Ungerechtigkeit, sowie polizeistaatliche Gewalt gegenüber den Oppositionellen. Es folgte die unausweichliche Mexikanische Revolution.

Der Palacio Nacional war ein zweigeschossiger Bau, der erst im 19. Jahrhundert aufgestockt und erweitert wurde. Jedes Jahr wird hier in der Nacht des 15. September zur Erinnerung an den Mexikanischen Unabhängigkeitskrieg der Grito de la Independencia ausgerufen. Der mexikanische Staatschef verkündet Viva-Rufe auf besondere Ereignisse und Menschen, während sich zu Füßen des Schlosses Menschenmengen scharen. Dem Beispiel folgend findet dieses Ereignis in unzähligen größeren Gemeinden und Städten des Landes Nachahmung.

Die kolonialen Bauwerke von Mexiko-Stadt konzentrieren sich vor allem um den Zócalo – den Hauptplatz – der mit 220 mal 240 Metern zu den größten Plätzen der Welt zählt. Die nördliche Seite nimmt die Catedral Metropolitana ein – die größte lateinamerikanische Kathedrale. Die Südseite nimmt der Mansión Carvajal in dem sich die Stadtverwaltung befindet, während die gesamte östliche Seite vom Palacio Nacional flankiert wird. Der Palast umgibt zwei Innenhöfe, auf dessen Rückseite sich eine ausgedehnte Gartenlandschaft anschließt.

 



Das erste Stockwerk eines der Innenhöfe präsentiert die Wandgemälde-Galerie des Diego Rivera. Seine Werke zeigen seine Betrachtungsweise der mexikanischen Geschichte zwischen 1929 bis 1935. Thematisiert werden Leben und Kultur der Azteken, sowie anderer indianischer Stämme in vorkolonialschen Epochen. Nicht weniger intensiv setzte sich der Künstler mit der Conquista, der Kolonialisierung oder dem Einfluss französischer oder amerikanischer Interventionen, sowie der mexikanischen Revolution auseinander. Die Idealisierung einfacher Menschen geht in diesen Wandgemälden einher mit scheinbar zufällig mit im Bild befindlicher historischen Persönlichkeiten. In jeden Werk von Diego Rivera steckt ein Stück mexikanische Geschichte.



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