Barranca del Cobre (Kupferschlucht)
Größer, tiefer und älter noch als sogar der Grand Canyon in den USA ist die Kupferschlucht im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua, eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten Mexikos. Die Barranca del Cobre fasst ein ganzes Schluchtensystem zusammen, das die Sierra Tarahumara im Nordwesten Mexikos zerklüftet. Mit einer Länge von 50 Kilometern und einer Tiefe von 1,5 km ist dieses über Jahrtausende durch Bergflüsse in die Felsen gespülte Schluchtennetz nur schwer vorstellbar, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen oder noch besser, sogar in seiner ganzen Größe selber entdeckt und erlebt hat.
Mit einem Zug kann man die Kupferschlucht, die ihren Namen nach dem kupferfarbenen Gestein erhalten hat, durchqueren und die unbeschreiblichen Eindrücke, die die Natur dem Reisenden hier bietet, im wahrsten Sinn des Wortes selbst erfahren
Der CHEPE, die Chihuahua Pazifik Eisenbahn fährt von der Stadt Chihuahua aus durch die Kupferschlucht bis nach Los Mochis am Pazifik und lässt ihre Passagiere die immense Größe dieses Naturwunders aus nächster Nähe erleben. Wechselnde Klima- und Vegetationszonen, Schluchten und Bergkämme befährt die Bahn. Der CHEPE überwindet in seiner 13-stündigen Fahrt durch 86 Tunnels, über 38 Brücken und durch unzählige wilde Canyons 2500 Meter Höhenunterschied . Durch Pinienwälder und trockene Ebenen geht die Fahrt, vorbei an Bergseen, Wasserfällen, Pfirsichgärten, Ranchos und Wildwestdörfern.
Schon nach dem mexikanischen Bürgerkrieg 1917 wurde der Bau der Eisenbahntrasse durch die Kupferschlucht geplant, aber erst 1961 konnte sie endlich fertig gestellt und freigegeben werden. Die heutige Touristenattraktion sollte ursprünglich als Handelsweg zwischen dem mittleren Westen und dem pazifischen Ozean dienen.
An den Stationen der Eisenbahn bieten fliegende Händler Essen und Getränke und vielerlei mehr oder weniger nützliche Dinge an. Wer mag findet hier auch Unterkunft in verschiedenen Hotels und kann die Fahrt mit der Chihuahua Pazifik Eisenbahn je nach Lust und Laune unterbrechen, um in der Kupferschlucht zu wandern, interessante Orte wie beispielsweise alte Missionskirchen zu entdecken oder Siedlungen der Tarahumara zu besuchen, die hier immer noch in Hütten und Höhlen leben, ohne sich um die Zivilisation zu kümmern.
Mit Fahrrad, Pferd oder zu Fuß kann man gut auf eigene Faust die Gegend erkunden und sehr schöne Tage in der Kupferschlucht verbringen. Es finden sich auch schnell Autobesitzer unter den gastfreundlichen Bewohnern der Umgebung, die gegen geringe Bezahlung mit den Gästen einen Abstecher in eine Seitenschlucht unternehmen. In der Nähe der alten Holzfällerstadt Creel, einer der größeren Stationen in der Barranca del Cobre findet man Siedlungen der Mennoniten, deren Vorfahren gegen 1920 von Kanada aus nach Chihuahua gekommen waren und sich dort angesiedelt haben. Der traditionelle Teil der Mennoniten lebt auch heute noch ziemlich abgeschieden von der modernen Welt und wer ihnen einen Besuch abstattet, könnte glauben in ein anderes Jahrhundert geraten zu sein.
Die Reise mit der Chihuahua Pazifik Eisenbahn endet nach einer langen und eindrucksvollen Fahrt durch ursprüngliche Natur und Zeugnisse längst vergangener, aber doch immer noch gegenwärtiger alter Zeiten, am karibischen Meer. Enge Schluchten weichen der Weite des Meeres und eine großartige Sehenswürdigkeit Mexikos wird noch sehr lange in Erinnerung bleiben.
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